Meine Firma, das Irrenhaus

13 Mai

Spiegel Online veröffentlicht hier einen Auszug aus dem neuen Buch „Mein Firma, das Irrenhaus“ vom Autor Martin Wehrle. Über das Buch selber habe ich mir noch keine Meinung gebildet (es noch nicht gelesen), aber der Auszug ist wirklich unterhaltsam! Gerade die Beschreibung, was „Prozesse“ in großen Unternehmen für bizarre Auswirkungen haben, musste ich selber häufig genug im eigenen Angstelltenverhältnis erfahren. Nicht zu letzt auch die immer krasser werdende Bürokratie in großen Unternehmen hat mir einiges an Illusion und Motivation genommen.

„Das Wort „Prozess“ steht in der deutschen Sprache für zweierlei: für ein Gerichtsverfahren und für einen definierten Ablauf. Der eine Prozess kann zu lebenslanger Haft, der andere zu lebenslanger Bürokratie führen. Beides kann einen Menschen zermürben. Das wissen Schwerverbrecher. Und Angestellte von Konzernen.“

Da stelle ich mir doch die Frage, welchen Mehrwert große Unternehmen haben, wenn sie beginnen sich zu Tode zu verwalten. Wenn man betrachtet, wieviel Arbeitszeit nur in Verwaltungsvorgänge, Ausfüllen von Formularen, Unterschriften einholen, Anerkennen von Leistungen und Nachweisen verloren geht, stelle ich mir die Frage, ob man das noch effizient nennen kann!

Wie kommt es eigentlich zu dem Gehaltsspiegel, bei dem das Mitarbeitergehalt linear mit der Größe des Unternehmens steigt? Meine Vermutung ist mittlerweile: Es handelt sich um Schmerzensgeld. Schmerzensgeld, für die Torturen, die man durch die Verwaltungsprozesse aushalten muss.

 

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